Photovoltaik Ertragsberechnung
Wie viel Strom wird meine Photovoltaikanlage erzeugen? Diese Frage stellen sich die meisten Kund:innen vor dem Kauf ihrer Solaranlage. Wir werfen einen Blick auf Faustformel, Einflussfaktoren und regionale Werte für NRW.
Was bedeutet PV-Ertrag überhaupt genau?
Der Ertrag einer Photovoltaikanlage meint immer die erzeugte Strommenge in kWh über einen bestimmten, definierten Zeitraum.
Dabei müsst ihr klar zwischen dem Ertrag und der Leistung unterscheiden. Letztere wird in kWp gemessen und gibt die maximale Erzeugungsfähigkeit an, die unter Standard-Testbedingungen erfüllt werden kann – der Ertrag ist das, was am Ende wirklich produziert wurde.
Für die Berechnung eurer Wirtschaftlichkeit und die Amortisation eurer PV-Anlage ist der Ertrag damit die wichtigste Kennzahl: Durch ihre Angabe könnt ihr ablesen, wie viel Energiekosten ihr tatsächlich einsparen konntet.
Die Faustformel: So berechnet ihr den PV-Ertrag eures Dachs
Für die Berechnung eures PV-Ertrags müsst ihr diese Faustformel beachten:
Anlagenleistung (kWp) × spezifischer Ertrag (kWh/kWp) = erwarteter Jahresertrag (kWh)
Beachtet: Die Faustformel ist nur eine Orientierung und simuliert nicht die dividuellen Faktoren wie Teilverschattung, Dachform oder Standort.
Anlagenleistung in kWp: Diese Größe eurer Anlage steht im Angebot des Installateurs. Typische Werte für Einfamilienhäuser liegen bei 5-15 kWp. Pro kWp braucht ihr auf dem Dach etwa 5-6 m² Fläche mit aktuellen Modulen.
Spezifischer Ertrag in kWh/kWp: Dieser regionale Faktor gibt an, wie viel Strom ein kWp Anlagenleistung an einem bestimmten Standort pro Jahr erzeugt. Für Deutschland gilt als grober Durchschnitt 1.000 kWh/kWp, in NRW eher bei 900-1.000 kWh/kWp. Diese Netto-Richtwerte beinhalten bereits typische Verluste wie Wechselrichter, Kabel und Temperatur.
Jahresertrag in kWh: Das Ergebnis eurer PV-Anlage, also die Strommenge, die die Anlage voraussichtlich im Jahr liefert.
Wir haben auch Beispielrechnung als Orientierung für euch. Bei einer typischen Solaranlage für ein Einfamilienhaus würde die Rechnung so aussehen:
10 kWp × 950 kWh/kWp = 9.500 kWh/Jahr
Damit deckt ihr den Verbrauch einer 4-5-köpfigen Familie ab und habt sogar noch Überschuss zum Laden eines E-Autos. Zum Vergleich: Für ca. 9.500 kWh Netzstrom würdet ihr bei aktuellen Preisen circa 3.300 – 3.800€ im Jahr bezahlen.
Diese Faktoren beeinflussen den Ertrag eurer Solaranlage
Eine Photovoltaikanlage kann durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst werden. Zwischen den Optimalwerten einer Anlage mit derselben Grundausstattung können so große Welten liegen.
Folgende Faktoren beeinflussen den Ertrag:
Standort und Globalstrahlung
In ganz Deutschland liegt die Zahl bei circa 900-1.200 kWh/m², wobei sich die Zahlen je nach Region unterscheiden. NRW befindet sich mit ca. 1.000 kWh/m² im mittleren Bereich – im Rheinland sind die Werte höher, im Sauerland/Siegerland sind die Werte niedriger.
Unser Tipp: Mit dem Tool des Solarkataster NRW könnt ihr den Ertrag eures Dachs ganz einfach online berechnen lassen.
Dachausrichtung Neigungswinkel
Auch die Ausrichtung eurer PV-Anlage beeinflusst den finalen Ertrag sehr. Optimale Erträge werden durch eine Südausrichtung mit einer Neigung von 30-35° erzeugt. Auch zwischen steilen und flachen Dächern können sich Erträge unterscheiden, wobei es mittlerweile Möglichkeiten wie Aufständerungen gibt, mit denen die Diskrepanzen ausgeglichen werden können.
Verschattung und Modulqualität
Der größte Ertragskiller liegt meist außerhalb eurer Reichweite: Bäume, Schornsteine oder Nachbargebäude erzeugen Schatten, die auf euer Dach fallen könnten. Mit modernen Modulen mit Bypass-Dioden oder Moduloptimierern könnt ihr diese Teilverschattung kompensieren.
Temperatur und Wetter
Im ersten Moment klingt es fast schon wie ein Aprilscherz, aber hohe Temperaturen senken den Wirkungsgrad der PV-Anlage stärker als niedrige Temperaturen. So werden pro °C über 25°C 0,3% am Wirkungsgrad eingebüßt. Hier hat NRW durch die gemäßigteren Sommertemperaturen den Vorteil gegenüber Süddeutschland.
PV-Ertrag in NRW: Regionale Werte
Je nach Standort werden in NRW ca. 900 – 1.050 kWh/kWp abgerufen. Das Strahlungsminimum in NRW befindet sich im Sauerland, wo die Werte im Zeitraum 2011-2020 bei 991 kWh/m² lagen. Als Grund werden oft wolkrenreiche Westwetterlagen gewertet.
NRW liegt damit bei der Globalstrahlung im deutschen Mittelfeld, weist aber innerhalb der Grenzen auch noch ein spürbares Gefälle auf.
In Hagen liegt ein realistischer Planungswert für eine gut ausgerichtete PV-Anlage bei ca. 930-980 kWh/kWp. Unter optimalen Bedingungen (Süddach, 30° Dachneigung und keine Verschattung) sind damit auch 1.000 kWh möglich.
PV-Ertrag über das Jahr: Unterschiede zwischen Sommer und Winter
Solaranlagen sind vor allem im Sommer unschlagbar: 70% des Jahresertrags werden zwischen April und September erzeugt. Die monatliche Verteilung der Erträge schwankt dabei extrem – von ca. 3% im Januar bis zu starken 14% im Juni/Juli sind die Erträge alles andere als stabil.
Für euren Eigenverbrauch hat das Konsequenzen: Im Winter sind Eigentümer:innen deutlich stärker vom Netzstrom abhängig. Ein Stromspeicher macht euch von diesen Bedingungen unabhängiger und kann helfen eine Eigenverbrauchsquote von ca. 30% auf bis zu 70% zu steigern.
Was bringt euch der Solarstrom finanziell?
Der PV-Ertrag allein sagt noch nichts über das Geld aus, das am Ende in eurer Tasche bleibt. Entscheidend ist, wie ihr den erzeugten Strom nutzt. Denn jede Kilowattstunde, die ihr selbst verbraucht, ist deutlich mehr wert als jede Kilowattstunde, die ihr ins Netz einspeist. Bei einem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von aktuell rund 37 Cent pro kWh spart ihr mit jeder selbst genutzten Kilowattstunde genau diesen Betrag. Für eingespeisten Strom erhaltet ihr dagegen nur 7,79 Cent pro kWh (Teileinspeisung, Stand Februar–Juli 2026). Der Eigenverbrauch ist also der entscheidende Hebel für die Wirtschaftlichkeit eurer Anlage.
Was das in der Praxis bedeutet, zeigen wir euch an einem konkreten Beispiel für ein Einfamilienhaus in Hagen.
Ausgangslage
Wir rechnen mit einer 10-kWp-Anlage auf einem Südwest-Dach mit 35° Neigung, einem Jahresertrag von 9.500 kWh und einem Haushaltsstromverbrauch von 4.500 kWh pro Jahr.
Szenario 1: Ohne Batteriespeicher
Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote bei etwa 30 Prozent. Das bedeutet: Ihr nutzt rund 2.850 kWh eures Solarstroms selbst und speist die übrigen 6.650 kWh ins Netz ein.
Die Ersparnis durch Eigenverbrauch beträgt 2.850 kWh × 0,37 € = rund 1.055 € pro Jahr. Dazu kommt die Einspeisevergütung für den überschüssigen Strom: 6.650 kWh × 0,0779 € = rund 518 € pro Jahr. Zusammen ergibt das einen Gesamtvorteil von etwa 1.573 € im Jahr.
Euer Reststrombezug aus dem Netz schrumpft auf nur noch 1.650 kWh, was euch rund 611 € kostet. Zieht ihr davon die Einspeisevergütung ab, landet ihr bei effektiven Stromkosten von gerade mal 93 € pro Jahr, statt 1.665 € ohne PV-Anlage.
Szenario 2: Mit Batteriespeicher
Mit einem Speicher von etwa 10 kWh steigt eure Eigenverbrauchsquote auf rund 65 Prozent. Der Speicher puffert den Überschuss vom Tag und stellt ihn euch abends und nachts zur Verfügung.
In diesem Fall nutzt ihr 6.175 kWh selbst und spart damit 6.175 kWh × 0,37 € = rund 2.285 € pro Jahr. Die Einspeisung sinkt auf 3.325 kWh und bringt euch noch rund 259 € Vergütung. Der Gesamtvorteil liegt bei etwa 2.544 € pro Jahr, also knapp 1.000 € mehr als ohne Speicher.
Was bedeutet das für die Amortisation?
Eine 10-kWp-Anlage ohne Speicher kostet aktuell zwischen 14.000 und 16.000 €. Mit Speicher liegt ihr bei 22.000–26.000 €. In beiden Szenarien amortisiert sich die Investition nach etwa 9–10 Jahren. Danach produziert eure Anlage für weitere 15–20 Jahre praktisch kostenlos Strom. Über die gesamte Lebensdauer von 25 Jahren ergibt sich ein Gesamtvorteil von rund 25.000–30.000 € ohne Speicher und 38.000–45.000 € mit Speicher.
Diese Rechnung ist bewusst konservativ gehalten: Wir haben mit dem heutigen Strompreis kalkuliert, ohne Steigerungen einzubeziehen. Da die Strompreise langfristig tendenziell steigen, wird jede selbst verbrauchte Kilowattstunde Jahr für Jahr wertvoller. Gleichzeitig sind Wartungskosten von etwa 100–200 € pro Jahr und ein möglicher Wechselrichtertausch nach 12–15 Jahren noch nicht eingerechnet. Am Gesamtbild ändert das aber wenig: Photovoltaik rechnet sich.
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Mit diesen Tools könnt ihr herausfinden, welchen Ertrag ihr mit eurer Solaranlage prognostizieren könnt. Um das Maximum aus eurer Solaranlage herauszuholen, ist eine regelmäßige Wartung durch einen Fachbetrieb ein wichtiger Hebel.
Mit unseren Service-Paketen machen wir genau das: Wir betreuen eure Anlage und helfen euch, rechtzeitig auf neue Gegebenheiten zu reagieren, Probleme zu beseitigen und Updates für Soft- und Hardware zu fahren.
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Häufig gestellte Fragen zur PV-Ertragsberechnung
Wie viel Strom erzeugt eine 10-kWp-Anlage pro Jahr?
Eine klassische 10-kWp-Anlage in NRW erzeugt jährlich circa 9.000-11.000 kWh. Natürlich sind diese Angaben nur eine Richtung, Faktoren wie der genaue Standort spielen eine große Rolle für den tatsächlichen Ertrag.
Wie kann ich den Ertrag meiner PV-Anlage steigern?
Mit dem Einsatz eines Stromspeichers könnt ihr euren Strom dann nutzen, wann ihr ihn braucht. Mit Hilfe eines Energiemanagers (zum Beispiel in Form eines Smart Meters) könnt ihr euren Eigenverbrauch automatisiert zwischen euren Geräten wie Wärmepumpe und Wallbox optimieren lasen. Regelmäßige Wartung durch einen Fachbetrieb sorgt außerdem dafür, dass alle Komponenten reibungslos funktionieren.
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